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27.02.2017
Klassiker der Luftfahrt

Bild der Woche KW 09/2017Blackburn Firebrand

Vom zweisitzigen Marinejäger zum einsitzigen Torpedobomber: Bis zu ihrer Einsatzreife durchlebte die Firebrand mehrere Verwandlungen. Zur Royal Navy kam die Serienausführung erst nach Kriegsende.

Blackburn Firebrand

Die Blackburn Firebrand brauchte lange, bis sie einsatzreif war. Erst nach Kriegsende kam der Torpedobomber zur Royal Navy. © Foto: KL-Dokumentation

Als die britische Firma Blackburn Anfang 1939 mit der Konstruktion der Firebrand begann, hatte sie einen zweisitzigen, trägergestützten Marinejäger kurzer Reichweite vor Augen. Das neue Flugzeug sollte die Blackburn Skua und die Fairey Fulmar ersetzen, die bei ihrer Indienststellung bereits veraltet waren.
Der erste Prototyp der Mk. I absolvierte erst am 27. Februar 1942 seinen Erstflug. Mittlerweile waren allerdings die Anforderungen geändert worden. Nunmehr sollte die Fleet Air Arm einen stark bewaffneten Einsitzer erhalten.

Die Firebrand zeigte zu diesem Zeitpunkt mit ihrer Größe die Merkmale der ursprünglichen Ausschreibung: Sie war breiter, länger und schwerer als die Chance-Vought F4U Corsair, der größte Marinejäger der Amerikaner während des Zweiten Weltkriegs.

Einer der Gründe für die Dimensionen des Blackburn-Entwurfs war die Wahl des leistungsstarken, aber großen Sabre-III-Motors mit 24 Zylindern. Der Motor in H-Bauweise leistete 2305 PS. Die Arbeiten an der Sabre-Firebrand gingen bis Sommer 1943 weiter. Der Bedarf für einen weiteren Marinejäger war jedoch nicht mehr so dringlich, da die Wildcat und die Supermarine Seafire diese Aufgabe übernommen hatten. Ab Anfang 1944 übernahm die Royal Navy zudem die Corsair als Trägerflugzeug.

So entschied das Ministerium in jenem Sommer, alle Sabre-Motoren dem Hawker-Typhoon-Programm zuzuweisen. Damit war die Entwicklungsgeschichte der Firebrand als Jäger beendet. Als neue Rolle wurde der Firebrand die eines Torpedobombers zugedacht. In der Folge war Blackburn außerdem gezwungen, eine Umkonstruktion auf einen anderen Motor vorzunehmen. Die Wahl fiel auf den Bristol Centaurus VII 18-Zylinder-Doppelstern mit 2400 PS. Der Prototyp der Mk. II, noch mit Sabre-Motor, flog erstmals am 31. März 1943. Am 2. April flog sie erstmals mit einem Torpedo. Damit war die Firebrand der erste einsitzige Torpedobomber. Nur zwölf Exemplare der Mk. II wurden gebaut.

Der erste Serienversion der Firebrand war dann die T.F. Mk. III mit dem Bristol-Motor. Der neue Motor hatte eine Umgestaltung insbesondere des Bugbereichs erforderlich gemacht. 27 Exemplare wurde gebaut.
Die Hauptversion war die Mk. IV, die auch als Sturzkampfbomber eingesetzt werden konnte. Sie besaß eine verbesserte Version des Bristol-Motors mit 2520 PS, ein größeres Leitwerk und Sturzflugbremsen. Erst nach Ende des Krieges, am 1. September 1945, wurde die Mk. IV bei der Fleet Air Arm der Royal Navy in Dienst gestellt. Nur zwei Staffeln, die 813. und die 827., erhielten das Flugzeug. 102 Exemplare wurden gebaut. Die letzte Version war die Mk. V, von der 68 Exemplare gebaut wurden. Sie unterschied sich nur in Details.

Die Firebrand blieb für acht Jahre im Dienst der Royal Navy. Stationiert war sie auf den Trägern HMS Illustrious, HMS Implacable und HMS Eagle. Ersetzt wurde die Firebrand schließlich durch die Westland Wyvern.

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