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14.09.2018
Erschienen in: 01/2012  Klassiker der Luftfahrt

Nord AviationNord 500 – Frühzeit der Tiltrotor-Technik

Schon seit den 50er Jahren meinten die Militärs vieler Länder, mit senkrecht startenden Flugzeugen taktische Vorteile erlangen zu können. In Frankreich beschäftigte sich Nord Aviation mit Techniken des Senkrechtstarts. Die Nord 500 diente als Experimentalgerät zur Erprobung schwenkbarer Mantelschrauben.

Die Vorteile von Hubschraubern und die von Flugzeugen verbinden. Dieser Idee hingen die Militärs dies und jenseits des Atlantiks schon in den 50er Jahren nach. Senkrecht starten und landen und gleichzeitig die bis dato geltenden Geschwindigkeitsgrenzen der Hubschrauber überschreiten zu können, war verlockend. Dabei wurde auch daran gedacht, mit solchen unabhängig von ausgebauten Basen und sonstiger Infrastruktur einsetzbaren Fluggeräten taktische Nuklearwaffen ans Ziel bringen zu können.

Unterschiedliche Konzepte wurden entwickelt, unter anderem schwenkbare Schubdüsen und getrennte Schub- und Hubtriebwerke. Nord Aviation mit Hauptsitz in Bourges brachte zunächst ebenfalls Konzepte für senkrecht startende Kampfjets aufs Zeichenbrett. Doch dafür wirklich geeignete Triebwerke waren nicht verfügbar. Ab Beginn der 60er Jahre untersuchten die Ingenieure deshalb Möglichkeiten, schwenkbare, ummantelte Propeller für VTOL-Flugzeuge (Vertical Take-Off and Landing) einzusetzen. Nord, 1954 aus der Verschmelzung der staatlichen SNCAN und SFECMAS entstanden, gehörte damals nach Sud Aviation, Snecma und Dassault zu den großen Vier der französischen Luftfahrtindustrie. Ihr erfolgreichstes Produkt war sicher die Noratlas. In der Senkrechtstart-Technik sah das Unternehmen ein großes Zukunftsfeld.

Bei der Realisierung schwenkbarer Mantelschraubenantriebe, die im Verhältnis zur Triebwerksleistung eine hohe Schubeffizienz versprachen, griff Nord auch auf Erkenntnisse der Firma Jean Bertin zurück. Diese beschäftigte sich schon ab 1958 mit solchen Antrieben. Mehrere Konzepte bis hin zur Nord Rocade für bis zu 40 Passagiere und der noch größeren Grand Rocade, die in gewisser Weise schon Züge der späteren Bell/Boeing V-22 Osprey aufwies, wurden erarbeitet.

Mit der 500 wollte Nord die ummantelten Schwenkrotoren erstmals in der Praxis testen. Sie war ein reines Experimentalflugzeug. Dem Bau gingen viele Windkanaltests voran, die ermutigende Ergebnisse brachten. Die guten Leistungen der ummantelten Fünfblattrotoren schienen die Annahmen zu bestätigen. Auf dem Pariser Aerosalon in Le Bourget stellte Nord 1965 das Projekt mit einem 1:1-Mock-up der Nord 500 erstmals der breiten Öffentlichkeit vor.

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